Frauen fühlen sich nachts in Linz unsicher – Umfrage zeigt deutlichen Handlungsbedarf
AI ZUSAMMENFASSUNG
- Eine Umfrage unter 329 Frauen zeigt, dass sich viele Linzerinnen nachts unsicher fühlen.
- Besonders häufig wurden der Hauptbahnhof, der Volksgarten und mehrere Unterführungen als problematische Orte genannt.
- Vor allem junge Frauen berichten von Catcalling, Belästigungen und sexistischen Kommentaren.
- Die Stadt will gemeinsam mit Bewohnerinnen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit entwickeln.
Mehrheit der Frauen fühlt sich nachts deutlich unsicherer
Eine aktuelle Umfrage der Kampagne „Frauenstadt. Sicher!“ zeigt, dass sich viele Frauen in Linz insbesondere in den Abend- und Nachtstunden unsicher fühlen. Insgesamt nahmen 329 Frauen aus allen Stadtteilen an der Befragung teil und schilderten ihre persönlichen Erfahrungen im öffentlichen Raum.
Während sich tagsüber viele Teilnehmerinnen sicher fühlen, verändert sich das Sicherheitsgefühl nach Einbruch der Dunkelheit deutlich.
Deutlicher Unterschied zwischen Tag und Nacht
Rund 75 Prozent der Befragten bewerteten ihr Sicherheitsgefühl in ihrem eigenen Stadtteil tagsüber mit vier oder fünf von fünf möglichen Punkten.
Anders sieht die Situation am Abend und in der Nacht aus: 72 Prozent gaben an, sich zu später Stunde deutlich unsicherer zu fühlen.
Besonders betroffen sind junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, die häufiger von Belästigungen und unangenehmen Situationen berichten.
Diese Orte gelten als besonders unsicher
Mehrere Bereiche in Linz wurden von den Teilnehmerinnen besonders häufig genannt.
Dazu gehören:
- der Bereich rund um den Linzer Hauptbahnhof,
- der Volksgarten,
- der Schillerpark,
- die Goethekreuzung,
- der Wüstenrotplatz,
- Unterführungen,
- schlecht beleuchtete Wege.
Als Hauptgründe nannten die Frauen:
- mangelnde Beleuchtung,
- fehlende soziale Kontrolle,
- Belästigungen,
- negative persönliche Erfahrungen,
- wenig frequentierte öffentliche Bereiche.
Öffentliche Verkehrsmittel spielen wichtige Rolle
Mehr als 40 Prozent der befragten Frauen nutzen im Alltag überwiegend öffentliche Verkehrsmittel.
Dadurch rücken sichere Haltestellen, gut beleuchtete Fußwege sowie eine zuverlässige Infrastruktur stärker in den Mittelpunkt.
Viele Teilnehmerinnen wünschen sich eine bessere Beleuchtung, gepflegte öffentliche Räume und mehr Menschen im öffentlichen Raum, um das Sicherheitsgefühl zu stärken.
Junge Frauen berichten häufiger von Catcalling
Vor allem jüngere Frauen gaben an, regelmäßig mit Catcalling, sexistischen Bemerkungen oder anderen Formen verbaler Belästigung konfrontiert zu werden.
Nach Einschätzung der Initiatoren beeinflussen auch soziale Medien teilweise Rollenbilder, die respektloses Verhalten gegenüber Frauen begünstigen könnten.
Sicherheit bedeutet mehr als Kriminalitätsbekämpfung
Paulina Wessela, Frauensprecherin der SPÖ-Gemeinderatsfraktion Linz, betont, dass Sicherheit weit über die reine Kriminalitätsstatistik hinausgehe.
Viele Frauen würden täglich überlegen,
- welchen Weg sie wählen,
- ob sie alleine unterwegs sind,
- jemanden telefonisch kontaktieren,
- oder bestimmte Orte bewusst meiden.
Diese ständige Anpassung schränke die persönliche Freiheit vieler Frauen erheblich ein.
Gemeinsam Lösungen entwickeln
Die Ergebnisse der Umfrage sollen nun in den einzelnen Linzer Stadtteilen vorgestellt und gemeinsam mit den Bewohnerinnen diskutiert werden.
Geplant sind unter anderem:
- Safe City Walks,
- Bürgerbeteiligungen,
- lokale Workshops,
- die Initiative „Luna leuchtet“.
Ziel ist es, konkrete Verbesserungen im öffentlichen Raum zu entwickeln und das Sicherheitsgefühl nachhaltig zu erhöhen.
Sicherheit als gemeinschaftliche Aufgabe
Die Umfrage macht deutlich, dass sich Sicherheit nicht ausschließlich durch mehr Polizeipräsenz erreichen lässt.
Auch gut beleuchtete Straßen, gepflegte Grünanlagen, funktionierende Infrastruktur und gegenseitiger Respekt tragen wesentlich dazu bei, dass sich Menschen – insbesondere Frauen – im öffentlichen Raum sicher fühlen.
Die Stadt Linz möchte die Erkenntnisse nun nutzen, um gemeinsam mit der Bevölkerung konkrete Maßnahmen umzusetzen.