Bis zu 35 Grad im Klassenzimmer: Lehrer schlagen Alarm wegen Hitze an Schulen im Bezirk Voitsberg
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- In mehreren Schulen im Bezirk Voitsberg wurden in Klassenräumen Temperaturen von bis zu 35 Grad gemessen.
- Lehrkräfte berichten von massiven Konzentrationsproblemen und kaum mehr möglichem Unterricht.
- Viele Klassen verlegten den Unterricht ins Freie oder ins Freibad.
- Pädagogen fordern langfristige Lösungen wie Klimatisierung oder moderne Belüftungssysteme.
Bis zu 35 Grad in den Klassenräumen
Die erste Hitzewelle des Sommers ist zwar vorerst vorbei, doch an den Schulen im Bezirk Voitsberg bleibt das Thema aktuell. Kurz vor den Sommerferien mussten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte Unterricht unter extremen Bedingungen absolvieren.
Nach Angaben von Evelyn Söll, Vorsitzende des Dienststellenausschusses Voitsberg und Lehrerin an der Mittelschule Köflach, waren die Temperaturen in manchen Klassenräumen kaum noch zumutbar.
„Teilweise war das Arbeiten in den Klassen einfach unerträglich“, schildert Söll.
Unterricht wurde ins Freie verlegt
Um der Hitze zu entkommen, suchten viele Lehrkräfte mit ihren Klassen schattige Plätze im Schulhof oder verlegten den Unterricht ins Freie.
In der Mittelschule Köflach wurden bereits am frühen Morgen die Außenjalousien geschlossen, um die Sonneneinstrahlung möglichst gering zu halten. Dennoch heizten sich viele Räume im Laufe des Tages stark auf.
„Im Freien gibt es zumindest etwas Luftbewegung. In den Klassen steht die Hitze, die Konzentration sinkt und sowohl Kinder als auch Lehrkräfte werden zunehmend müde“, erklärt Söll.
35 Grad in der Volksschule Voitsberg
Noch drastischer schildert Maria Sallegger, Direktorin der Volksschule Voitsberg, die Situation.
In einigen Klassenräumen seien Temperaturen von bis zu 35 Grad erreicht worden.
Regulärer Unterricht sei unter diesen Bedingungen kaum noch möglich gewesen. Deshalb wurden zahlreiche Aktivitäten ins angrenzende Erlebnisbad oder ins Freie verlegt.
Nach Ansicht der Schulleiterin reichen Ventilatoren längst nicht mehr aus.
Sie spricht sich klar für den Einbau von Klimaanlagen aus.
Nicht alle Schulen sind gleich betroffen
Während ältere Schulgebäude besonders unter der Hitze leiden, zeigt sich in neueren Gebäuden ein anderes Bild.
Clusterdirektor Lukas Zagler berichtet, dass die neue Schule in Rosental über ein modernes Belüftungssystem verfügt.
Dort seien selbst an den heißesten Tagen deutlich bessere Bedingungen geherrscht als in anderen Schulen des Bezirks.
Bildungsdirektion fordert individuelle Lösungen
Auch die Bildungsdirektion Steiermark sieht Handlungsbedarf.
Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner betont, dass hohe Temperaturen sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte erheblich belasten. Deshalb seien organisatorische Maßnahmen ebenso notwendig wie langfristige Investitionen in thermisch sanierte Schulgebäude.
Schulqualitätsmanagerin Nina Lampesberger erklärt, viele Schulen würden bereits auf frühes Lüften, Beschattung, zusätzliche Trinkpausen und angepasste Unterrichtsformen setzen.
Schwimmunterricht statt Hitzestress?
Bildungslandesrat Stefan Hermann bringt eine neue Idee ins Spiel.
Er schlägt vor, den Schwimmunterricht nach dem Notenschluss zu bündeln. Statt Unterricht in überhitzten Klassenräumen könnten Schülerinnen und Schüler die letzten Schultage sinnvoll im Freibad verbringen.
Nach Ansicht Hermanns wäre dies eine pädagogisch sinnvolle und zugleich gesundheitlich vernünftige Lösung für zukünftige Hitzewellen.
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