Neuanfang statt Reform: SPÖ Graz löst gesamten Parteivorstand auf
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- Die SPÖ Graz zieht nach dem historisch schlechten Wahlergebnis einen radikalen Schlussstrich.
- Landesparteichef Max Lercher ließ den gesamten Grazer Parteivorstand mit sofortiger Wirkung auflösen.
- Bis Herbst 2027 soll die Stadtpartei organisatorisch und inhaltlich vollständig neu aufgebaut werden.
- Inhaltlich will sich die SPÖ künftig auf Gesundheit, Pflege, Industrie und Arbeitsplätze konzentrieren.
Nach Wahldebakel folgt kompletter Neustart
Nach dem historischen Wahldebakel bei den Grazer Gemeinderatswahlen zieht die SPÖ Graz drastische Konsequenzen. Landesparteivorsitzender Max Lercher kündigte am Montagabend die sofortige Auflösung des gesamten Grazer Parteivorstands an. Die Entscheidung fiel einstimmig und markiert den Beginn einer umfassenden Neugründung der Stadtpartei.
Mit lediglich 5,63 Prozent bei der Gemeinderatswahl sei deutlich geworden, dass kleinere Reformen nicht mehr ausreichen würden. Statt eines weiteren internen Erneuerungsprozesses setzt die Parteiführung nun auf einen vollständigen Neustart.
Komplette Neustrukturierung bis Herbst 2027
Laut Lercher soll die SPÖ Graz organisatorisch und inhaltlich völlig neu aufgestellt werden. Der Prozess wird vom geschäftsführenden Vorsitzenden Hannes Schwarz geleitet, der nach dem Rücktritt von Doris Kampus die Führung übernommen hatte.
Den Abschluss der Neuausrichtung bildet im Herbst 2027 eine Bezirkskonferenz, bei der sämtliche Parteigremien neu gewählt werden sollen.
„Keiner glaubt mehr an den zehnten weichen Reformprozess, der am Ende ohnehin wieder nirgendwo hinführt“, erklärte Lercher.
SPÖ will wieder klare Inhalte vertreten
Auch auf Landesebene sieht Lercher die Sozialdemokratie vor einer grundlegenden Richtungsentscheidung. Die Partei müsse wieder eine echte Volkspartei werden und die gesamte Bevölkerung ansprechen.
Statt sich vor allem gegen politische Gegner zu positionieren, wolle die SPÖ künftig wieder konkrete Lösungen anbieten.
Als wichtigste politische Schwerpunkte nannte Lercher:
- Gesundheit und Pflege,
- Stärkung der steirischen Industrie,
- Sicherung von Arbeitsplätzen,
- faire Einkommen für arbeitende Menschen.
Nach seinen Worten müsse jeder, der täglich arbeite und Leistung erbringe, auch von seinem Einkommen gut leben können.
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