Mädchen (15) nach Fest auf Intensivstation – Familie vermutet K.O.-Tropfen
Kurz zusammengefasst
- Eine 15-Jährige musste nach einem Fest in Oberwölz auf die Intensivstation eingeliefert werden.
- Die Familie vermutet, dass ihr K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt wurden.
- Laut Polizei wurde eine starke Alkoholisierung festgestellt, ein Nachweis von K.O.-Tropfen gelang bislang nicht.
- Weitere Familien berichten von ähnlichen Vorfällen in der Region.
- Die SPÖ Murau verteilt nun kostenlose Getränkeschutzhüllen.
Mädchen (15) nach Fest auf Intensivstation – Familie vermutet K.O.-Tropfen
Ein Vorfall nach einem Fest in Oberwölz sorgt derzeit in der Steiermark für große Besorgnis. Eine 15-Jährige musste nach dem Besuch einer Veranstaltung notfallmedizinisch versorgt und schließlich auf der Intensivstation behandelt werden. Während die Polizei von einer starken Alkoholisierung spricht, ist der Vater des Mädchens überzeugt, dass seiner Tochter K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt wurden.
Plötzlich verschlechterte sich ihr Zustand
Nach Angaben der Familie war die Jugendliche gemeinsam mit ihrer Schwester und Freundinnen auf dem dreitägigen Fest unterwegs. Alkohol sei zwar konsumiert worden, später wurden laut Vater rund 0,8 Promille festgestellt.
Besonders auffällig sei jedoch gewesen, dass ein unbekannter junger Mann seiner Tochter an einem Getränkestand ein Getränk bezahlt habe. Nach wenigen Schlucken habe sie sich plötzlich unwohl gefühlt und über starke Müdigkeit geklagt.
Freundinnen brachten das Mädchen zunächst zur Toilette und anschließend auf eine Wiese. Dort brach sie schließlich zusammen.
Zwei Tage auf der Intensivstation
Die Rettung brachte die Jugendliche ins Krankenhaus. Laut ihrem Vater verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand dort dramatisch. Sie habe Atemaussetzer erlitten und sei nicht mehr ansprechbar gewesen.
Die Ärzte entschieden sich schließlich dazu, die 15-Jährige zu sedieren, zu intubieren und in ein künstliches Koma zu versetzen.
Zwei Tage verbrachte das Mädchen auf der Intensivstation des LKH Leoben.
Kein Nachweis – Zweifel bleiben
Ein toxikologischer Befund brachte bislang keinen Nachweis von K.O.-Tropfen.
Für den Vater schließt das eine Manipulation jedoch nicht aus. Er verweist darauf, dass viele dieser Substanzen nur kurze Zeit im Blut oder Urin nachweisbar seien.
Die Polizei erklärte, dass derzeit lediglich eine starke Alkoholisierung bestätigt werden könne. Ob weitere Substanzen im Spiel waren, lasse sich derzeit nicht belegen.
Weitere Familien berichten von ähnlichen Fällen
Der Vorfall scheint nach Angaben mehrerer Eltern kein Einzelfall zu sein.
Aus den Bezirken Murau und Friesach meldeten sich weitere Familien, deren Töchter nach vergleichsweise geringem Alkoholkonsum plötzlich zusammengebrochen seien oder Erinnerungslücken gehabt hätten.
In einem Fall soll eine 18-Jährige nach nur einem Getränk kaum noch ansprechbar gewesen sein.
SPÖ Murau reagiert
Die Diskussion hat inzwischen auch politische Konsequenzen.
Die SPÖ Murau kündigte an, bei Veranstaltungen kostenlose Getränkeschutzhüllen zu verteilen.
Bezirksfrauenvorsitzende Lydia Künstner-Stöckl betont, dass insbesondere Mädchen und Frauen bei Festen und Veranstaltungen bestmöglich geschützt werden müssten.
Unabhängig von der Ursache des aktuellen Vorfalls empfehlen Polizei und Experten grundsätzlich, Getränke niemals unbeaufsichtigt stehen zu lassen und keine offenen Getränke von unbekannten Personen anzunehmen.