Millionenschaden nach Waldbrand: Polizei zeigt vier Forstarbeiter an
Kurz zusammengefasst
- Die Polizei hat die Ermittlungen zum Großbrand bei Gratwein-Straßengel abgeschlossen.
- Vier Forstarbeiter wurden wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst angezeigt.
- Hinweise auf Brandstiftung oder vorsätzliches Handeln gibt es laut Ermittlern nicht.
- Der Waldbrand zerstörte rund 70 Hektar Wald und verursachte einen Schaden von rund vier Millionen Euro.
- Mehr als 2.500 Einsatzkräfte waren über 17 Tage im Dauereinsatz.
Rund drei Monate nach dem verheerenden Waldbrand am Mühlbachkogel in Gratwein-Straßengel hat die Polizei ihre Ermittlungen zur Brandursache weitgehend abgeschlossen. Das Ergebnis: Vier Forstarbeiter im Alter zwischen 22 und 49 Jahren wurden wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst bei der Staatsanwaltschaft Graz angezeigt.
Nach Angaben der Landespolizeidirektion Steiermark liegen derzeit keine Hinweise darauf vor, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Auch ein Blitzschlag konnte als Brandursache ausgeschlossen werden.
Brand brach während einer Arbeitspause aus
Am 25. April 2026 waren die vier Männer im Auftrag der Waldbesitzer mit Forstarbeiten beschäftigt. Sie entfernten Äste von Jungbäumen und legten gegen Mittag unweit ihrer Arbeitsstelle eine Pause im Schatten ein.
Kurz darauf bemerkten Wanderer Rauch im Wald und verständigten die Feuerwehr. Aufgrund der extremen Trockenheit und des aufkommenden Windes breitete sich das Feuer innerhalb kurzer Zeit auf eine Fläche von rund 70 Hektar aus – das entspricht etwa 100 Fußballfeldern.
Keine Hinweise auf Vorsatz
Die Beschuldigten wurden von der Polizei einvernommen und bestreiten, den Brand verursacht zu haben.
Durch umfangreiche Spurensicherungen konnte die Brandausbruchsstelle jedoch im Bereich der zuletzt durchgeführten Waldarbeiten lokalisiert werden. Nach Einschätzung der Ermittler kommen unter anderem unbemerkter Funkenflug oder ein unsachgemäßer Umgang mit Zigaretten als mögliche Ursachen infrage. Andere Zündquellen konnten bislang nicht festgestellt werden.
Hinweise auf Brandstiftung oder ein vorsätzliches Delikt ergaben sich im Laufe der Ermittlungen nicht.
Größter Feuerwehreinsatz der Steiermark
Der Waldbrand entwickelte sich zum bislang größten Feuerwehreinsatz in der Geschichte der Steiermark. Mehr als 2.500 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen kämpften über 17 Tage gegen die Flammen.
Hubschrauber, Drohnen und Wärmebildkameras unterstützten die Löscharbeiten im schwierigen Gelände. Erst am 11. Mai konnte endgültig „Brand aus“ gemeldet werden.
Schaden in Millionenhöhe
Neben dem zerstörten Waldbestand entstanden erhebliche Kosten für Feuerwehren, Behörden und Einsatzorganisationen. Auch Fahrzeuge und technische Geräte wurden während der Löscharbeiten beschädigt.
Nach aktuellen Schätzungen beläuft sich der Gesamtschaden auf rund vier Millionen Euro. Drei Einsatzkräfte wurden während des langwierigen Einsatzes leicht verletzt.
Der Abschlussbericht der Polizei wurde inzwischen an die Staatsanwaltschaft Graz übermittelt, die nun über das weitere rechtliche Vorgehen entscheiden wird.
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