Steiermark steuert auf Schuldenrekord zu: Landesrechnungshof warnt vor mehr als 10 Milliarden Euro Schulden
KI-Zusammenfassung
- Der Landesrechnungshof Steiermark warnt vor einer dramatischen Entwicklung der Landesfinanzen.
- Bis 2029 soll der Schuldenstand erstmals die Marke von 10 Milliarden Euro überschreiten.
- Seit 2021 haben sich die Schulden nahezu verdoppelt.
- Zwischen 2030 und 2035 werden Darlehen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro fällig.
- Opposition und Rechnungshof fordern unterschiedliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Landeshaushalts.
Landesrechnungshof schlägt Alarm: Steiermark steuert auf Rekordverschuldung zu
GRAZ, 9. Juli 2026 – Die finanzielle Lage des Landes Steiermark verschärft sich weiter. Nach einer aktuellen Analyse des Landesrechnungshofes könnte der Schuldenstand bereits im Jahr 2029 erstmals die Marke von 10 Milliarden Euro überschreiten. Experten warnen vor einem langfristigen finanziellen Risiko für das Bundesland.
Noch 2021 lag die Verschuldung bei 5,09 Milliarden Euro. Innerhalb weniger Jahre hat sich dieser Betrag damit nahezu verdoppelt.
Milliardenrückzahlungen stehen bevor
Besonders kritisch beurteilt der Landesrechnungshof die kommenden Jahre.
Bereits 2030 muss das Land Darlehen in Höhe von 441 Millionen Euro zurückzahlen.
Zwischen 2030 und 2035 werden weitere 2,2 Milliarden Euro an bestehenden Krediten fällig. Gleichzeitig rechnet der Rechnungshof damit, dass das Land weiterhin neue Schulden aufnehmen muss.
Nach Einschätzung der Prüfer könnte dadurch ein dauerhafter finanzpolitischer Kreislauf entstehen.
Rechnungshof fordert Reformen
Rechnungshof-Direktor Heinz Drobesch fordert tiefgreifende strukturelle Reformen.
Nach seiner Einschätzung liegen insbesondere in der Verwaltung erhebliche Einsparungspotenziale. Vor allem steigende Personalkosten würden den Landeshaushalt zunehmend belasten.
Auf der Einnahmenseite sieht der Rechnungshof dagegen nur begrenzte Möglichkeiten.
Opposition verlangt neue Einnahmequellen
Die Oppositionsparteien vertreten eine andere Position.
Die Grünen sprechen sich unter anderem für eine Nahverkehrsabgabe, Abgaben auf Ressourcenverbrauch sowie eine Lkw-Maut aus.
Die KPÖ fordert eine Schotterabgabe für Unternehmen sowie Gebühren für Parkplätze großer Einkaufszentren. Nach ihren Berechnungen könnten dadurch jährlich zwischen 170 und 210 Millionen Euro zusätzlich eingenommen werden.
Die NEOS verlangen ein umfassendes Reformpaket bereits im Herbst und fordern die Landesregierung auf, auf die Sommerpause zu verzichten, um rasch Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung einzuleiten.
Wie die Landesregierung auf die Kritik reagieren wird, dürfte in den kommenden Monaten zu den wichtigsten finanzpolitischen Themen in der Steiermark zählen.