Graz kämpft gegen die Hitze – So soll die Stadt auf heiße Sommer vorbereitet werden
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- Graz zählt zu den Städten mit den meisten Hitzetagen in der Steiermark.
- Klimaforscherin Eva Preinfalk fordert mehr Bäume, Entsiegelung und gezielte Schutzmaßnahmen.
- Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen leiden unter extremer Hitze.
- Der bestehende Hitzeaktionsplan soll weiter ausgebaut und an verschiedene Bevölkerungsgruppen angepasst werden.
Graz wird immer heißer
Die jüngste Hitzewelle hat gezeigt, wie stark Graz bereits heute unter steigenden Temperaturen leidet. Besonders in dicht bebauten Stadtteilen blieb es selbst während der Nacht ungewöhnlich warm. Klimaforscher warnen davor, dass solche Wetterlagen künftig deutlich häufiger auftreten werden und die Stadt langfristig umfangreiche Anpassungen vornehmen muss.
Nächte bringen kaum noch Abkühlung
Vor allem in den innerstädtischen Bezirken Eggenberg, Lend, Gries, Jakomini und St. Leonhard herrschten auch nach Sonnenuntergang hohe Temperaturen.
Messungen am Lendplatz verdeutlichen die Belastung:
- tagsüber wurden bis zu 35 Grad Celsius erreicht,
- erst am späten Abend sanken die Temperaturen unter 30 Grad,
- in den frühen Morgenstunden wurden teilweise noch über 24 Grad gemessen.
Solche sogenannten Tropennächte erschweren die nächtliche Erholung erheblich und belasten insbesondere ältere Menschen sowie Personen mit gesundheitlichen Problemen.
Graz zählt zu den größten Hitze-Hotspots
Nach einer Analyse von Greenpeace gehörte Graz im vergangenen Jahr zu den Städten mit den meisten Hitzetagen in der Steiermark.
Mit 32 Hitzetagen lag die Landeshauptstadt hinter Leibnitz und Fürstenfeld auf Rang drei des steirischen Hitzerankings.
Klimaforscherin fordert umfassende Maßnahmen
Die Klimaforscherin Eva Preinfalk von der Universität Graz geht davon aus, dass intensive Hitzewellen künftig häufiger auftreten werden.
Um die Stadt widerstandsfähiger zu machen, seien mehrere Maßnahmen notwendig.
Dazu gehören unter anderem:
- mehr Straßenbäume,
- zusätzliche Grünflächen,
- Entsiegelung versiegelter Flächen,
- neue Wasserflächen,
- klimafreundliche Stadtplanung.
Diese Maßnahmen verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern erhöhen gleichzeitig auch die Lebensqualität.
Hitze trifft Menschen unterschiedlich
Nach Einschätzung der Expertin leiden nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen unter extremen Temperaturen.
Besonders gefährdet sind:
- ältere Menschen,
- Kleinkinder,
- chronisch Kranke,
- Menschen mit geringem Einkommen,
- Personen, die im Freien arbeiten,
- Beschäftigte im Pflegebereich oder Lieferdienst.
Auch die Wohnsituation spiele eine entscheidende Rolle. Menschen in dicht bebauten Stadtvierteln ohne ausreichende Begrünung seien wesentlich stärker belastet.
Mehr als nur neue Freibäder
Neue Freibäder oder öffentliche Wasserflächen könnten zwar helfen, seien jedoch nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich.
Für ältere oder mobilitätseingeschränkte Personen seien andere Maßnahmen erforderlich.
Dazu zählen beispielsweise:
- mobile Pflegedienste,
- Nachbarschaftshilfen,
- regelmäßige Kontrollbesuche,
- Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze.
Gebäude besser an den Klimawandel anpassen
Auch moderne Gebäude spielen laut der Expertin eine wichtige Rolle.
Eine gute Wärmedämmung könne Wohnungen im Sommer deutlich kühler halten und gleichzeitig den Energieverbrauch im Winter senken.
Graz ist bereits auf dem Weg
Die Stadt Graz habe mit ihrem Hitzeaktionsplan und den sogenannten Klimaoasen bereits wichtige Schritte gesetzt.
Dennoch müsse dieses Angebot in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
Angesichts steigender Temperaturen sei es entscheidend, Maßnahmen künftig noch gezielter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerung abzustimmen und die Stadt langfristig klimaresistenter zu gestalten.